Tag Archives: Bücher aus aller Welt

You and Me – A story that might not have been told

14 Feb

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt: Was wäre wenn der Tag, an dem wir uns das erste Mal getroffen haben, minimal anders verlaufen wäre? Was, wenn ich genau an diesem einen Tag verschlafen hätte? Wenn ich beim Frühstück getrödelt hätte, oder wegen des Gewitters nicht zur Party gegangen?

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Ein platter Reifen, ein vergessener Hut, ein Stein im Schuh … all das hätte verhindern können, dass wir uns kennenlernen!

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Dieses süße Buch geht genau dieser Frage nach und zeigt, dass es die kleinen Zu- und Unfälle sind, die vielleicht die schönsten Überraschungen bereithalten. Die Illustrationen von Peter H. Reynolds sind witzig und doch berührend. Sie ergänzen die Reime von Susan Verde ganz ausgezeichnet, sodass gar nicht alles ausgesprochen werden muss. Definitiv ein Buch, dass man sich auch als Erwachsener immer wieder gern ansieht, denn das Ende ist doch ein bisschen anders, als erwartet.

Ein schönes Buch zum Verschenken, sei es an den besten Freund oder den Partner. Es gibt bestimmt jemanden, den man nur durch einen (mehr oder weniger) glücklichen Zufall getroffen hat – und sei es nur durch die Sitzordnung im Klassenzimmer, damals in der Fünften… – und den man auf keinen Fall mehr missen möchte.

Erschienen bei Abrams Books in den USA.

Eine besondere Spürnase

1 Jul

Passend zum Wetter geht es heute auf nach Italien! Auf diese Kinderkrimi-Reihe hat mich eine liebe Kollegin gebracht.

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Hanna, Fou und das Schloss aus Sand

Hanna ist eine richtige italienische Pippi Langstrumpf. Sie lebt auf einem Hausboot im Hafen von Cervia an der
Adriaküste, zusammen mit ihrem riesigen Hund Fou, zwei Katzen und ihrem Vater, einem sizilianischen
Fischer. Ihre Mutter, eine schwedische Journalistin lebt 3000 km weit weg in Schweden,
denn Hannas Eltern haben sich zwar sehr gern, sind aber so verschieden, dass sie beschlossen haben, getrennt zu
leben. Hanna ist sportlich, aufgeweckt, neugierig, liebt Tiere und spielt nach der Schule immer Fußball am
Strand mit ihren Freunden. Mit denen erlebt sie auch ihre aufregenden Abenteuer und löst so manchen kniffeligen Fall.
Ihr Markenzeichen ist ihr hervorragendes Geruchssinn, der es durchaus mit Fous aufnehmen kann, und der sie immer wieder auf die richtige Fährte bringt.
In einer frischen, direkten Sprache erzählt Hanna aus ihrem Leben, von ihren Abenteuern und ihren Freunden.
Es geht in den verschiedenen Bänden durchaus um ernste Themen, wie Umwelt, Tierschutz und andere gesellschaftliche Probleme (Drogen, Rassismus, Doping im Sport), die hier ähnlich wie bei den Drei Fragezeichen kindgerecht angesprochen werden. Aber auch ganz alltagsverbundene Fragen zu Freundschaft und Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturen werden angesprochen.

Hanna, Fou und das Geheimnis der Saline

Die Geschichten spielen alle in ihrer Heimatstadt Cervia, die Protagonistin bewegt sich auf Rollschuhen oder mit dem Fahrrad durch die malerische Gegend.
Die Geschichten um Hanna und ihren Hund Fou sind gut konstruierte Krimis, erzählen also spannende Abenteuer, vermitteln aber auch Wissen über unsere Welt und aktuelle Probleme der Gesellschaft und regen die Kinder so zum Nachdenken an, ganz ohne bemüht zu wirken.

AUTORIN
Maria Beatrice Masella ist in Taranto (Apulien) geboren und lebt in Bologna. Sie schreibt vor allem für Kinder wie Hanna, die neugierig sind und sich nicht immer mit den Antworten der Erwachsenen zufrieden geben.

Licht ins Dunkel – L’éclaireur

18 Jun

Heute geht es um ein ernstes Thema – Kindersoldaten und Bürgerkrieg. Doch das Buch, das ich euch vorstelle, geht damit sehr feinsinnig um. Es überschüttet nicht mit Grausamkeiten, sondern zeigt, wie auch unter solchen Umständen Zuneigung und Liebe überleben können.

L'Eclaireur

L’éclaireur von Isabelle Vouin

Aman ist ein zwölf-jähriger Junge aus Somalia. Er lebt mit seiner Mutter, Saba, und seiner Großmutter, Yohoo, bei seinem Nomadenstamm. Haruni, sein Großvater, war Dichter – und wurde „Éclaireur“, der Erleuchter, genannt: er wanderte von Dorf zu Dorf, um die Geschichte der Vorfahren jener Völker zu erzählen. Kurz vor seinem Tod nahm er Aman das Versprechen ab, nie Soldat zu werden, sondern die Fackel des Éclaireur weiterzutragen. Haruni scheint durch Aman weiter zu leben: Aman sieht sehr ähnlich aus und hat auch die unfehlbare Fähigkeit, sich Geschichten auszudenken und erzählen. Deshalb wird er auch bei einem Angriff auf seinen Stamm als einziger fortgeschickt. Er soll überleben und mit ihm die Kultur seines Volkes.

Nach einer harten, einsamen Reise lebt Aman mit seinem Onkel Oman, einem Soldat in der Stadt. Dort entscheidet Aman, dass auch er für sein Land kämpfen will, trotz des Versprechens, dass er seiner Familie gemacht hat und gegen den Willen seines Onkels. Er lernt Nahia und Ali kennen, zwei Geschwister, die Waisen sind. Bald verbindet ihn mit Ali eine starke, vertrauensvolle Freundschaft und zu Nahia tiefe Zuneigung. Ali und Aman gelingt es, in die Armee aufgenommen zu werden, während Amans Onkel unterwegs ist. Sie werden ausgebildet, um möglichst schnell und viel um sich zu schießen, zu „Kanonenfutter“.

Eines Tages beschließen die frei Jugendlichen, auf den Markt zu gehen und geraten in ein Bombenattentat. Ali ist auf der Stelle tot. Für Nahia und Aman ist es das Signal, endlich aus Somalia fliehen, um zu überleben.

Doch dazu müssen sie die Wüste durchqueren um das Nachbarland zu erreichen. Auch wenn sie Wasser und Lebensmittel mitgenommen haben, ist diese Reise lebensgefährlich. Bald sind die Vorräte aufgebraucht. Nahia verlässt ihre Kraft und kann fast nicht mehr laufen. Als beide schon nahe daran sind, aufzugeben, hören sie ein Baby schreien, das unter einem Busch versteckt wurde. Es ist völlig dehydriert, doch die beiden Jugendlichen bringen es nicht über sich, das kleine Kind sterben zu lassen. Selbst als ihr eigenes Überleben ungewiss ist, beweisen sie doch eine große Menschlichkeit und nehmen das Kind mit. Doch gerade durch das Baby schöpft Nahia neue Kraft und Durchhaltewillen. Sie erreichen tatsächlich das Flüchtlingslager und überleben alle drei.

In diesem Lager trifft Aman Moussa, einen anderen „Éclaireur“ der auch seinen Großvater Haruni kannte. Moussa überzeugt Aman, den Stab seines Großvaters zu übernehmen und die mündliche Überlieferung fortzusetzen. Das Buch endet mit der Erkenntnis, dass wir soeben dem erwachsenen Aman gelauscht haben, der seine Lebensgeschichte zum besten gab.

Auch wenn das Thema schwierig ist, gibt es keine zu gewalttätigen Szenen, sodass das Buch auch für jüngere Leser durchaus geeignet ist. Sie werden zum Nachdenken gebracht, laufen aber nicht Gefahr, sich die nächsten Wochen mit Alpträumen zu quälen. Die Sprache ist, ganz dem Éclaireur entsprechend, sehr poetisch und beschreibt ehrlich die Gefühle Amans, der auch der Ich-Erzähler ist.

Es ist eine hoffnungsvolle Geschichte, ohne kitschiges Happy-End. Und die Message ist durchaus verbreitenswert: Kultur und unsere Geschichte machen uns zu Menschen. Wir sollten sie auch in unmenschlichen Zeiten bewahren.

Das Buch ist bei Éditions du Jasmin erschienen und wurde bereits für zwei Literaturpreise nominiert: der Prix des lycéens 2015 und der Prix des Incorruptibles 2015.

Hermelin – Verkannter Held

18 Aug

HERMELIN THE DETECTIVE MOUSE by Mini Grey

Hermelin, der Mäusedetektiv mit ausgezeichneten Schreibmaschinenkenntnissen

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Der lächelnde Tiger

29 Jul

Das Buch, das hier den Auftakt für meinen Blog bilden wird, ist ein wunderbares Bilderbuch, dass diesen Ehrenplatz ohne Zweifel verdient hat.

Augustus

Augustus and his Smile von Catherine Rayner (bei Little Tiger Press)

Augustus hat sein Lächeln verloren und macht sich auf die Suche – im tiefsten Meer, auf den höchsten Bergen, in der sandigsten Wüste – nur um es dann dort zu entdecken, wo es sich die ganze Zeit versteckt hatte, unter seiner Schnauze!

Die Bilder von Catherine Rayner sind so kraftvoll und wunderbar, dass man einfach nicht anders kann, als mitzulächeln. Mir haben auch ihre anderen Bilderbücher gut gefallen, doch Augustus hat einfach einen besonderen Platz in meinem mentalen Bücherregal gefunden. Momentan gibt es das Buch noch nicht auf Deutsch.

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Hier ein kleiner Eindruck, mehr davon gibt’s auf Catherines Homepage http://www.catherinerayner.co.uk/

 

Impressionen aus Bologna 2014

19 Jul

Impressionen von der internationalen Kinderbuchmesse

2014-03-25 18.08.29Am beeindruckendsten waren eigentlich die meterlangen Illustratorenwände, die jeden Tag aufs neue vollgepflastert wurden. So viel Kunst auf einem Haufen. Hoffentlich ist das ein oder andere Kunstwerk auch vom Richtigen entdeckt worden.

 

 

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Welches Schweinderl hätten’s denn gern?

 

 

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Massenhaft schöne Bücher aus aller Welt und tolle Illustratoren zum Von-der-Wand-pflücken

 

 

2014-03-26 12.34.33Nasses Taxi? Sowas.

 

 

2014-03-27 08.13.33So leer waren die Gänge nur nach Messeschluss (quasi exklusives Bildmaterial…)

 

 

2014-03-27 08.21.51Grumpy Cats sogar aus Letland

 

 

2014-03-27 11.26.20Riesige Mumin-Lampen!

 

 

2014-03-29 16.04.39Buchmessefieber auch in der Stadt selbst

 

 

 

Frau Bergmann

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